Literatisches

Blue Monday

on
8. Feber 2021

Der Wecker läutet, ich finde ihn in der Dunkelheit nicht, um ihn abzuschalten. Endlich ist es ruhig, ich steige aus dem Bett, stoße mir mein Knie am Bettrahmen und gleich danach bekomme ich die Tür an die Stirn, weil ich nicht aufpasse. Ich hole die Zeitung, die vor der Haustür im Regen liegt und pitschnass ist. Beim Versuch mir einen Kaffee zu gönnen, ist natürlich wieder mal kein Wasser in der Maschine. Ich fülle Wasser nach, drücke auf Start und Kaffee kommt,… leider ohne einer Tasse darunter! Schnell stelle ich meine Lieblingstasse hin um gleich danach mir beim ersten Schluck Kaffee die Lippen zu verbrühen, weil er doch noch sehr heiß ist. Vielleicht hilft ein bisschen Morgenruhe. Ich setze mich an den Tisch, mit meiner Kaffeetasse und blättere die aufgeweichte Zeitung auf, und „Herrgottnochmal“ stoße ich gleich die Tasse um sodass sich der Kaffee auf die eh schon pitschnasse Zeitung ud das Tischtuch ergießt. Jetzt kann nur mehr eine wohltuende Morgendusche helfen. Ich stelle mich unter die Dusche und drehe auf …. brrrrrrh ! ist das kalt – also bin ich jetzt echt munter ! Das Duschvergnügen wird kurz, ich betrachte mich im Spiegel und habe nicht viel Hoffnung, dass das noch ein wunderbarer Tag wird. Beim Blick aus dem Fenster sehe ich eine Fliege, die versucht zu mir ins Bad zu kommen und dabei immer wieder gegen die Scheibe fliegt. Das ist wohl auch nicht ihr Tag, denke ich. Schnell bürste ich meine Haare, es sollte zumindest ein bisschen nach Frisur aussehen. Dann noch Zähne putzen, bisschen schminken und ……. das Telefon läutet ! OH Gott ! Mein Chef ist dran. „Schönen guten Morgen! Ich habe eine großartige Nachricht für Sie: Unser Kunde kommt heute leider nicht zu diesem wichtigen Gespräch, wo ich Sie unbedingt dabei haben wollte. wir müssen das verschieben! Sie haben so viele Überstunden, ich schlage vor, Sie bleiben heute zu Hause und genießen den Tag, wir sehen uns morgen, in voller Frische! Ich grüße Sie!“ Ohne meine Antwort abzuwarten, hat er aufgelegt. Ganz verdattert stehe ich da und frage mich, wer da wohl die Fäden gezogen hat, dass diese Botschaft überbracht wurde. Tatsächlich habe ich schon überlegt, wie ich diesen Tag wohl überstehen werde.

Nun gut – alles was jetzt kommt, ist willkommen, es kann nur besser werden, weil jetzt mache ich nämlich so richtig blau !

copyright Irmgard Barl 2021

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